Im Wilden Westen - die WB-Sommerserie 2020

Marienburg ist verkauft – Nutzung noch unklar

Die Frauenklöster Marienburg in Wikon und St. Niklaus von Flüe in Melchtal (OW) haben ihre Liegenschaften an eine Immobilienfirma verkauft. Die Benediktinerinnen sind seit 2019 in Sarnen zu Hause. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Das Kloster Marienburg hat eine neue Besitzerin. Foto WB

Käuferin der beiden Liegenschaften ist die Transterra Immobilien AG in Luzern, die im Familienbesitz des Luzerner Bauunternehmers Bruno Amberg ist, wie die Stiftung "Ora et Labora - Leben im Kloster" am Mittwoch mitteilte. Sie hatte die Verhandlungen zwischen den Schwesterngemeinschaften als Verkäuferinnen und der Käuferschaft geführt.

Stillschweigen über den Verkaufspreis

Stiftungsratspräsident Hanspeter Kiser sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, es hätte viele und sehr unterschiedliche Bewerber für die beiden Liegenschaften gegeben. Dass beide Objekte an die gleiche Käuferin gegangen seien, habe man nicht angestrebt, es habe sich so ergeben, weil das Gesamtpaket am besten gestimmt habe. Über den Verkaufspreis hätten die Parteien Stillschweigen vereinbart. Er sei akzeptabel, diene er doch der finanziellen Absicherung der beiden Schwesterngemeinschaften. Kiser wies darauf hin, dass der Zustand der Immobilien massive Investitionen bedinge. Zudem gebe es Auflagen der Denkmalpflege und Einschränkungen durch die geltenden Zonenregelungen, in denen sich die Klöster befänden. 

Schwestern sichern sich vertraglich ab

Die Transterra Immobilien AG habe Erfahrung mit alten Liegenschaften, sagte Kiser. Ausschlaggebend für den Zuschlag sei auch gewesen, dass man einen vollständigen Verkauf anstrebte, also etwa landwirtschaftliche Grundstücke und Gebäude als Paket veräussern wollte. Zudem seien die Schwesterngemeinschaften erleichtert über den recht schnellen Verkauf, hätten sie doch Unterhaltskosten zu tragen gehabt.

Die Benediktinerinnen sicherten vertraglich ab, dass der Geschichte, der Tradition und den Werten der Klosterliegenschaften Rechnung getragen wird. So sollen die Liegenschaften etwa nicht extreme religiöse Gemeinschaften beherbergen. Auch der Friedhof müsse weiter gepflegt und die Grabesruhe gewährleistet sein. «Es ist den Schwestern wichtig, dass ihr langjähriges Zuhause in verantwortungsvolle Hände kommt", hält Kaiser fest

Nutzung steht noch nicht fest

Die neuen Besitzer lassen in einem ersten Schritt den regionalen Bedarf analysieren und erarbeiten verschiedene mögliche Konzeptstudien. Bis feststeht, was mit den Liegenschaften passiert, könnten zwei bis vier Jahre vergehen, sagte Kiser. Denkbar seien Zwischennutzungen.

Die beiden benediktinischen Schwesterngemeinschaften hatten Ende Februar die Klöster in Wikon und Melchtal verlassen um im neu renovierten Kloster St. Andreas in Sarnen ihren Lebensabend zu verbringen. Dort bilden sie zusammen mit den Sarner Schwestern ein Benediktinisches Zentrum. Von den insgesamt 24 Schwestern gehören sechs dem Kloster St. Andreas an, zehn Schwestern stammen aus dem Kloster St. Niklaus von Flüe sowie deren acht aus dem Kloster Marienburg.

Freude bei der Wikoner Behörde

Positiv wird die Übernahme von der Wikoner Gemeindepräsidentin Michaela Tschuor aufgenommen. Sie lässt sich in der am Mittwoch verschickten Medienmitteilung wie folgt zitieren: «Die Marienburg ist seit mehr als hundert Jahren ein wichtiger Bestandteil unserer Gemeinde." Diese gebe der Gemeinde ein Gesicht. "Es bewegt unsere Bevölkerung sehr, wie es mit der Marienburg weitergeht." Es sei daher sehr erfreulich zu wissen, dass die Marienburg im Sinne der Schwesterngemeinschaft "in verantwortungsvolle Hände" übergehe. Der Gemeinderat gratuliere zu diesem Schritt und heisse die neue Eigentümerschaft in Wikon willkommen. sda/WB.

 

 

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