Im Wilden Westen - die WB-Sommerserie 2020

Stimmig die Kraft des Waldes spüren

Tief durchatmen für eine Kraftpause im Wald samt Didgeridoo-Einlage: Dazu laden die Bergfriede-Jodler an ihren Jahreskonzerten ein. Im zweiten Teil massiert zudem die Theatergruppe die Lachmuskeln des Publikums.

Dass sich der australische Busch mit dem Schweizer Wald verbinden lässt, beweisen Adrian Arnold und die Bergfriede-Jodler.

Mit Duft von frisch geschnittenen Tannen, Waldtieren hinter Bäumen, geschlagenem Holz und zusammengetragene Bürdeli werden die Besucher am diesjährigen Jahreskonzert des Jodlerklubs Bergfriede in Menznau empfangen. Mit einem Flashmob wird das Publikum abgeholt und dann mit dem stillen und getragenen «Waldfriede-Jutz» von Heinz Güller in den Wald mitgenommen. Nach dem Stück «Herbschtfarbe» von May Huggler geben Anita Fischer und Bruno Arnold zusammen mit der Akkordeonistin Cecile Thalmann mit den Stücken «Am Waldrand» und «Wenn ich ein Engel wär» eine Kostprobe ihres gemeinsamen Schaffens. Die übrigen Jodler werden dann in Robert Fellmanns Stück «Und d'Meitschi händ d'Buebe verfüert» schon ein bisschen übermütig. Ihnen steht die Kleinformation in nichts nach. Mit dem Stück «De Wätterfrosch» hält der Humor und die Lebensfreude erst recht Einzug.

Uraufführung einer Eigenkomposition
Die Menznauer Jodler haben neben der traditionellen Jodelliteratur auch moderne Popmusik im Repertoire. Dies zeigen sie mit dem Göla-Stück «Indianer». Die Sänger bewiesen zudem mit dem «Didge-Jutz», dass sie sich auch am andern Ende der Welt auskennen. Diese Eigenkomposition des musikalischen Leiters Adrian Arnold bringt den traditionellen Schweizer Jutz in Verbindung mit dem australischen Didgeridoo. Adrian Arnold zeigt mit seinem Stück, dass das urtümliche Instrument aus dem Busch wunderbar auch in den Schweizer Wald und zu den Schweizer Jodlern passt.

Immer Ärger mit Emili
Nach dem Konzert holt die Theatergruppe Menznau das Publikum wieder auf den Boden der Realität. Die herrische Schwiegermutter Emili (köstlich dargestellt von Claudia Reis) bringt sowohl ihre Schwiegertochter Hannah (Marietta Thalmann), den Dorfpolizisten Severin (Beat Röösli) als auch ihren Sohn Jonas (Marco Wisler) an die Grenzen der nerv­lichen Belastung. Vom Jodelkonzert offenbar wunderbar entspannt, vermag immerhin Knecht Fritz (Benno Distel) Ruhe in den Trubel zu bringen. Mit dieser Ruhe ist es allerdings vorbei, sobald die neugierige Journalistin (Vreni Rüttimann) mit ihrem unerfahrenen Praktikant Peter (Nicolas Arnold) zusammen mit der gutmütigen Ladenbesitzerin Sophie (Jolanda Riedweg) auf dem Hof erscheinen und nicht recht wissen, ob nun die Schwiegermutter oder eine Kuh im Stall das grös­sere Problem ist. Kurzum: Unter der bewährten Leitung von Pia Steinmann bringt die Theatergruppe wiederum ein turbulentes und unterhaltsames Stück auf die Bühne und das Publikum herzhaft zum Lachen.


Marlis Roos

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