Vom Mitarbeiter zum Firmenchef

Roland Vonarburg sorgt seit über zwei Jahrzehnten mit der Wauwiler Champignons AG für Bewegung in der Schweizer Pilzproduktion. Das Familienunternehmen hat sich mit Pioniergeist, dem Einsatz neuer Technologie und dem Bekenntnis zur Nachhaltigkeit zur nationalen Nummer 1 entwickelt.

Iréne und Roland Vonarburg leiten gemeinsam den Familienbetrieb. «Meine Frau ist meine wichtigste Stütze und beste Beraterin», sagt Roland Vonarburg. Foto zvg

Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit Bohnen pflücken und Kaninchen züchten auf dem elterlichen Hof.

Was war einst Ihr Traumberuf?
Fussballprofi. Doch leider liess mich mein Vater nicht dem Ball nachspringen (lacht). Sie machten eine Lehre als Landwirt, ein Studium als Agronom HTL und arbeiten seither in ein und demselben Betrieb: der Wauwiler Champignons AG. Es ist purer Zufall, dass ich bei dieser Unternehmung gelandet bin. Nach meinem Studien­abschluss wollte ich nicht bloss am Bürotisch sitzen und beispielsweise Buchhaltungen führen, sondern auch in einem Produktionsbetrieb mitanpacken. Denn hier kannst du wie auf dem elterlichen Bauernhof die Früchte deiner Arbeit buchstäblich ernten. Doch zu jener Zeit war das Stellenangebot rar, sehr rar. Auf meinem Kiltgang nach St. Erhard bin ich in Wauwil auf die Champignons AG aufmerksam geworden. So habe ich eine Blindbewerbung geschrieben. Vier Monate darauf wurde ich eingestellt. Ursprünglich plante ich hier drei Jahre Berufserfahrung zu sammeln.

… daraus sind bereits deren 28 Jahre geworden. Sie haben nach dem allzu frühen Tod von Firmenchef Heinz Hirsbrunner im Jahre 1998 das Steuer übernommen. Vom Mitarbeiter, zum Mitinhaber, später Alleinaktionär – ein Rollenwechsel, der problemlos gelang?
Die Familie Hirsbrunner regelte noch während der Krankheit von Heinz die Nachfolge, da sich keine familieninterne Lösung abzeichnete. Wer Leute führen will, muss wissen, wovon er spricht. Ich bin in meine Position hin­eingewachsen, habe von der Pike auf den Betrieb kennengelernt und Tag für Tag eigenhändig mitangepackt. Dank diesen Erfahrungen kannte ich alle Produktionsabläufe. Dies waren die beste Vorbereitungen für einen erfolgreichen Start als Unternehmer. Dennoch waren die Startjahre nicht ohne, hatte ich doch eine junge Familie und wir steckten mitten im Bau eines Eigenheims. Doch es war immer mein Ziel, Unternehmer zu werden. Denn ich bin gern mein eigener Chef. Das Familienunternehmen im Sinne und Geist von Heinz Hirsbrunner weiterzuführen und dabei neue Akzente setzen: Das war eine Herausforderung, die mich reizte. Eine Chance, die ich packte. So habe ich Schritt für Schritt bis 2011 das gesamte Aktienkapital erworben – mit selbst erarbeitetem Geld.

Hat(te) Unternehmer Vonarburg schlaflose Nächte?
Fast nie. Du musst nach Arbeitsschluss abschalten können, sonst bist du in der falschen Position. Denn der Körper braucht Erholung. Mit den Berufsjahren wachsen zudem die Gelassenheit und Routine im Umgang mit Schwierigkeiten. Es gibt weniger Überraschungen, weil du bereits viel erlebt hast.

Unter Ihrer Ägide wurden am Standort Wauwil in den letzten 15 Jahren rund 30 Millionen Franken investiert. Die Champignons-Produktion wuchs von 20 auf knapp 80 Tonnen pro Woche, die Belegschaft von 40 auf über 200 Mitarbeitende. Wachstum als Erfolgsgarant?
Stillstand ist Rückschritt. Nötig ist qualitatives Wachstum. Sonst sind weder die Amortisation von Anlagen noch Neuinvestitionen möglich. Denn der unternehmerische Gewinn pro Kilo Pilze ist seit geraumer Zeit am Schwinden.

Warum?
Die Nebenkosten in der Pilzproduktion sind massiv gestiegen. So ist etwa innert Jahresfrist das Verpackungsmaterial ein Drittel teurer geworden. Die Kosten für Energie und Treibstoff sind um einen Viertel angewachsen. Für das Substrat der Pilzkulturen müssen wir fünf bis zehn Prozent mehr hinblättern. Und: Vergessen wir nicht die ausländische Konkurrenz, die am Wachsen ist.

Eine Pflückerin am neuen Kippsystem, das schnelleres Ernten ermöglicht und gleichzeitig der Ergonomie am Arbeitsplatz besser Rechnung trägt. Foto Norbert Bossart

Apropos Konkurrenz ennet der Landesgrenzen: Deren Pilze sind im Laden weit günstiger als die heimische Ware. Konventionelle Schweizer Champignons kosten zwei- bis dreimal mehr. Warum?
Weil die Spiesse der ausländischen und der heimischen Produzenten bei Weitem nicht gleich lang sind. Im Ausland lassen sich Pilzbetriebe auf Landwirtschaftsland errichten. Im Nachbarland Deutschland ist solches bereits für acht Euro pro Quadratmeter erhältlich, bei uns ist Industrie- oder Gewerbeland vonnöten. Weit entscheidender als der Bodenpreis sind aber die Produktionskosten. Bleiben wir beim Beispiel Deutschland: Hier ist der Mindestlohn für eine Pflückerin 9.99 Euro. Und in Polen arbeiten solche aus Bangladesch, Vietnam oder Weissrussland gar für zwei Euro in der Stunde. Die Schweizer Pilzproduzenten hingegen streben einen Mindestlohn von 4000 Franken pro Monat an – dieser ist in meiner Unternehmung bereits Realitiät, bis auf wenige Ausnahmen, wie etwa ungelernte Schulabgänger oder Praktikanten. Weiter erhalten EU-Betriebe jenste EU-Fördergelder. Damit werden Maschinen oder Einrichtungen unter dem Aspekt «Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz» kräftig subventioniert.

Sie fordern ebenfalls Subventionen und Baumöglichkeiten auf Land­wirtschaftsland?
Nein, ich bin für freies Unternehmertum. Zudem hätten solche Forderung in unserem Land politisch kaum Erfolgschancen. Aber: Solange die Spiesse bei der Pilzproduktion so ungleich lang sind, wäre ein Grenzschutz wünschenswert, wie wir ihn auch für andere landwirtschaftliche Produkte oder Lebensmittel kennen.

Auch dieser Grenzschutz dürfte Wunschtraum bleiben – ist die Produktion in der Wauwiler Kreuzmatt dennoch langfristig gesichert?
Solange unsere Bevölkerung bereit ist, Schweizer Pilze zu kaufen, die aufgrund der hiesigen Produktionsbedingungen teurer sind, gibts die Wauwiler Champignons AG. Will heissen: Wir sind von der Kundschaft abhängig, welche sich frische, regionale Ware etwas kosten lässt und damit die Arbeitsplätze vor Ort sichert.

2017 hat die Wauwiler Champignons AG die Fine Funghi AG in Gossau (ZH) übernommen, 2020 ebenso die Gerber Champignons AG in Seftingen (BE). Heute ist Ihre Gruppe unter den noch fünf Schweizer Pilzproduzenten mit einem Marktanteil von 60 Prozenten die klare Nummer 1 im Land. Eine Leaderstellung, die Vorteile bietet?
Wir haben diese Stellung nie angestrebt. Die Firmenübernahmen waren Nachfolgeregelungen, zu denen wir auf Anfrage Hand boten, weil das jeweilige Zusammenspannen auch für uns vorteilhaft war.Wieso?
Dank den eigenständigen Tochterfirmen können wir heute Champignons und Edelpilze aus einer Hand anbieten. Die Kundschaft schätzt, wenn sie für ihre verschiedenen Bedürfnisse nur eine Ansprechpartnerin hat. Doch trotz Leaderstellung, unter den Schweizer Mitbewerbern ist der Konkurrenzdruck nach wie vor gross – wie erwähnt vor allem aus dem Ausland.

Als erste und bislang einzige Schweizer Unternehmung produziert die Tochterfirma Fine Funghi AG in der Wauwiler Kreuzmatt Bio-Champignons. Ein erfolgreiches Pionierprojekt?
Ja, die Nachfrage nach Bio-Champignons ist stark gestiegen – insbesondere während der Pandemie. Im Bio-Bereich wollen die Konsumenten gerne wissen, woher das Produkt stammt. Nähe schafft Vertrauen und garantiert Frische. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass wir sowohl Migros als auch Coop mit Bio-Champignons beliefern dürfen. Und doppelt erfreulich: Beide Detaillisten bieten bei den Bio-Champignons keine aus dem Ausland angekarrten Bio-Pilze feil.

Beim Abpacken. Die Wauwiler Champignons AG beschäftigt derzeit 205 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kreuzmatt. Foto Norbert Bossart

Auf die Fahne geschrieben hat sich Ihre Unternehmung die Nachhaltigkeit. Zahlt sich diese aus?
Ein nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen ist uns, ist mir, sehr wichtig – dies sind wir kommenden Generationen schuldig. Unser Betrieb nutzt das Regenwasser und kann damit acht Millionen Trinkwasser pro Jahr einsparen. Unsere Photovoltaikanlage produziert 715 000 kWh Strom, wovon wir deren 685 000 selber nutzen. Wir haben eine Wärmerückgewinnung und produzieren aus Pilzfüssen in der Kompogas-Anlage Strom. Deren Abwärme wird wiederum in den Betrieb zurückgeführt, wodurch sich jährlich 130 000 Liter Heizöl einsparen lassen. Das sind eindrückliche Zahlen – hinter denen millionenschwere Investitionen stecken. Lohnen tun sich die meisten Bemühungen für mehr Nachhaltigkeit nicht direkt frankenmässig – so wäre etwa Atomstrom nach wie vor günstiger. Doch unsere Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit sind beste Werbung für unser Image und unsere Produkte. Die Kundschaft will vermehrt nachhaltige Produkte – also zahlen sich die Investitionen letztlich doch aus. Daher ist es das Ziel der Champignons AG, in weiteren Schritten gänzlich vom Heizöl wegzukommen und ihre Fahrzeugflotte auf alternative Antriebe umzustellen.

Stichworte Digitalisierung und Automatisierung. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Auch in der Pilzproduktion?
Das ist so! In unserer Administration schreitet die Digitalisierung mit neuen Computerprogrammen voran, um noch effizienter zu arbeiten. Doch weit entscheidender als die Digitalisierung ist die Effizienzsteigerung in der Produktion. Wir haben beim Bau unserer zwei neusten Zuchträume einen revolutionären Schritt gemacht. So gehören wir weltweit zu den ersten drei Betrieben, die neu auf das Kipp­system setzen.

Was ist daran revolutionär?
Es lassen sich innnert kürzerer Zeit mehr Pilze ernten. Gleichzeitig wird der Ergonomie am Arbeitsplatz besser Rechnung
getragen, womit sich etwa Rückenschmerzen oder Sehnenscheidenentzündungen verhindern lassen. Bisher war bei der Ernte 100 Prozent Handarbeit und das Sich-Beugen über die Kulturen angesagt. Neu lassen sich die Beete fast senkrecht kippen. Dies ermöglicht eine Ernte mit geradem Rücken und mit beiden Händen gleichzeitig. Die Pilze werden in ein Förderband gesteckt. Die Schnittarbeit passiert jetzt maschinell.

Roland Vonarburg ist heute mit seiner Unternehmung Pilzproduzent Nummer 1 im Land. Foto zvg

Und dereinst übernehmen Roboter die Pflück­arbeit vollständig?
Davon sind wir noch weit entfernt. Zwar haben wir mit der ETH Lausanne ein Versuchsprojekt am Laufen. Noch ist die Roboter-Ernte mit Schäden verbunden. Schadhafte Pilz lassen sich nicht verkaufen. Zudem stehen die Pilze oft eng. So lassen sie sich mit Technik alleine nicht restlos ernten. Vermutlich wird es dereinst eine Zusammenarbeit von Robotor und Mensch geben. Mittelfristig ist der Einsatz von Laserpointer-Technik denkbar. Dabei würden Mitarbeiterinnen eine Art Stirnlampe tragen, die ihnen per Lichtstrahl erntereife Pilze zeigt. Wir haben mit drei Partnern eine Firma gegründet, welche die Entwicklung eines entsprechenden Systems in Angriff genommen hat.

Mehr Technik – weniger Jobs?
Wir benötigen nicht weniger Mitarbeitende. Aber wir wollen mit gleicher Belegschaft mehr produzieren. Mit weniger körperlich anstrengender Arbeit werden wir attraktiver als Arbeitgeberin. Und das ist wichtig: Denn die Suche nach Personal wird immer schwieriger.

Fast ein Drittel der rund 110 Pflückerinnen sind Kräfte aus dem Ausland, deren Anstellung befristet ist.
Notgedrungen. Wir suchen für die Produktion vife Leute, die morgens ab sechs anpacken und die bereit sind, auch am Sonntag oder an Feiertagen körperliche Arbeit zu leisten. Doch solche, insbesondere für die Ernte, lassen sich in unserer Region nicht genügend finden. So haben wir via Meldeverfahren jeweils 24 gelernte Pflückerinnen aus dem Ausland für maximal 90 Tage bei uns, die durch Europa touren. Denen stellen wir möbilierte, gemütliche Wohnungen zur Verfügung. Es sind saisonale Ernte­helferinnen, die mit 3500 Franken pro Monat plus einer Leistungsprämie entlöhnt werden und denen wir die Krankenkasse bezahlen. Viele von ihnen kehren mehrmals zu uns zurück – was für sich spricht. Weiter wohnen und arbeiten bei uns auch 14 Frauen mit Ausweis L, der eine längere Arbeitsdauer ermöglicht. Auch deren Anstellungsverhältnisse sind im Vergleich mit Wanderarbeiterinnen im europäischen Raum geradezu fürstlich.

Bleiben wir bei Ihren Mitarbeitenden: Was zeichnet diese aus?
Die hohe Leistungsbereitschaft. Zudem haben wir ein kreatives Kader, das auf die Bedürfnisse des Marktes mit innovativen Ideen reagiert. Von den Mitarbeitenden wird geschätzt, einem Familienunternehmen anzugehören, das Gewinne nicht abschröpft, sondern wieder investiert. So leisten sie nicht nur Dienst nach Vorschrift, sondern ziehen bei Herausforderungen am gleichen Strick. Dafür sind wir ihnen dankbar.

Reden wir vom Chef. Mitarbeitende sagen: Roland Vonarburg habe «eine klare Linie», sei «fair», «mit Leib und Seele Unternehmer» und «steht zu seinen Entscheiden oder Ansichten, auch wenn sie unpopulär sind». Ihre Erfolgsattribute?
Fairness, Einsatz und eine klare Linie zahlen sich im Privat- wie auch im Geschäftsleben aus. Davon bin ich felsenfest überzeugt.
Blicken wir in die Zukunft: Immer mehr Menschen essen weniger Fleisch. Ihr Unternehmerherz lacht?
Diese Entwicklung spielt uns nebst der Bevölkerungszunahme in der Tat in die Hände. Fakt ist: Pilze können einen wichtigen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung leisten und als Fleischersatz dienen. Sie besitzen einen hohen Proteingehalt, sind fett- und cholesterinarm.

Ihre nächsten Ziele?
Ich will weiter in Menschen, Gebäude und Anlagen investieren. Wir haben eine Baueingabe für vier weitere Zuchträume auf unseren letzten Wauwiler Landreserven gemacht. Denkbar ist in der Kreuzmatt zudem eine neue Produktionsstätte anstelle des Altbaus aus den Achtzigerjahren, damit sich auf gleicher Fläche mehr ernten liesse. Zudem verfolgt die Tochterfirma Gerber ein Neubauprojekt auf grüner Wiese in Seftigen, wodurch sich deren Wochenproduktion von 30 auf 50 Tonnen erhöhen liesse.

Sie sind nun 54 – machen Sie sich Gedanken über Ihre Nachfolge?
Gewiss, sie gilt es rechtzeitig anzupacken. Denn ich will unseren Familienbetrieb doch nicht mit ins Grab nehmen. Die Nachfolgeregelung ist die Meisterprüfung eines Unternehmers.

von Norbert Bossart

 

 

Marktleaderin in der Schweiz

Die Wauwiler Champignons AG ist die grösste von fünf Pilzunternehmungen in unserem Land. Zudem ist der Familienbetrieb schweizweit Pionier in der Zucht von Bio-Champignons.
Die Wauwiler Champignons AG ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Wauwil. Dieses beschäftigt in der Kreuzmatt 205 Mitarbeitende. Hauptbetriebszweig ist die Produktion von Champignons. Rund 2100 Tonnen weisse Champignons (davon 500 Tonnen Bio) und 1500 Tonnen braune Champignons (davon 600 Tonnen Bio) werden hier pro Jahr geerntet. Tendenz steigend. Die Wauwiler Champignons AG ist mit einem Marktanteil von rund 60 Prozent Leaderin  der Inlandproduktion. Zudem handelt die Unternehmung mit Kultur- und Wildpilzen. Beliefert werden Grossverteiler (zwei Drittel des Umsatzes), Gemüsehändler (knapp ein Drittel des Umsatzes) und einige Gastronomiebetriebe.

Vier Betriebe
Die Wauwiler Champignons AG besteht im Wesentlichen aus vier Unternehmen. Zur Partnerschaft rund um den Produktionsbetrieb am Santenberg gehören die Fine Funghi AG (22 Mitarbeitende) und die Gerber Champignons AG (70 Mitarbeitende) zu je 100 Prozent sowie eine Beteiligung an der Gotthard BIO Pilze AG. Die Fine Funghi AG in Gossau (ZH), die 2017 übernommen wurde, produziert Edelpilze wie Shiitake, Austernseitlinge und Pioppino sowie in der Wauwiler Kreuzmatt Champignons in Bio-Knospe-Qualität. Die Gerber Champignons AG in Seftigen (BE) wird seit der Übernahme 2020 als eigenständige Tochterfirma geführt. Deren Geschichte reicht bis in das Jahr 1937 zurück, womit sie der traditionsreichste Champignons-Produktionsbetrieb der Schweiz ist. Die Gotthard BIO Pilze AG in Stansstad verfügt über einen besonderen Produktionsstandort – eine Höhle. Auf rund 1000 Quadratmeter Fläche werden unter Naturklima Bio-Edelpilze produziert.

Seit 1987 in Wauwil
Das 1951 gegründete Unternehmen siedelte 1987 von Biglen (BE) nach Wauwil um, wo Therese und Heinz Hirsbrunner einen der damals modernsten Champignon-Zuchtbetriebe erstellten. Bereits 1993 wurde die Produktionsfläche von 1200 auf 4500 Quadratmeter ausgebaut. 1998 erfolgte die Änderung der Rechtsform in Wauwiler Champignons AG.

Von der Familie Hirsbrunner zur Familie Vonarburg
Nachdem Heinz Hirsbrunner im Jahre 1998 mit 48 Jahren an einem Krebsleiden verstarb, übernahm der bisherige Produktionsleiter Roland Vonarburg schrittweise das gesamte Aktienkapital und baute die Unternehmung weiter aus.
So wurde 2007 in der Kreuzmatt ein neues Kühl- und Logistikzentrum in Betrieb genommen. 2011 erfolgte die Inbetriebnahme der Kompogas AG als Mitinitiantin, 2012 ging eine 605-kWp-Photovoltaikanlage ans Netz. 2015 erfolgte der Bau von zwei neuen Kulturräumen, ausgerüstet mit ressourcenschonender Klimatisierungstechnologie. Weitere zwei Räume samt Photovoltaikanlage erstellte die Unternehmung 2019. Heuer wurden die Kulturräume 30 und 31 mit neuen Erntesystemen ausgerüstet.  Für weitere Ausbauetappen verfügt die Wauwiler Champignons AG am Standort Kreuzmatt noch über 4000 Quadratmeter Industrieland und im Nachbardorf Schötz, beim einstigen Zivilschutzareal, über 12 000 Quadratmeter Reserven. -art.

 

Jahresproduktionsmenge in der Wauwiler Kreuzmatt: Rund 2100 Tonnen weisse Champignons (davon 500 Tonnen Bio) und 1500 Tonnen braune Champignons (davon 600 Tonnen Bio). Foto zvg

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