Beim Wallfahrtsort wird es poetisch

Der Förderverein Luthern Bad lädt am Montag zu einem poetischen Abend ein. Präsentiert wird dann, was am Wochenende zuvor bei einem Workshop am Wallfahrtsort entstanden ist. Was ist Sinn und Zweck davon? Organisator und Pfarreiseelsorger Jules Rampini gibt Auskunft.

In der Wallfahrtskirche Luthern Bad findet am Montag ein «poetischer Abend» statt. Foto Pius Häfliger

Jules Rampini, in Luthern Bad wird gebetet, gesungen, gefeiert. Und nun auch: getextet und gelesen.
Richtig. Am Wochenende findet am Wallfahrtsort ein poetischer Impuls-Textworkshop statt. Am Montagabend soll vorgestellt werden, was dabei entstanden ist.

Ein «poetischer Impuls-Workshop». Wie muss man sich das vorstellen?
(lacht) Es war tatsächlich schwierig, dem Ganzen einen Namen zu geben. Man könnte auch sagen, es handelt sich um eine Art «Schreibeinkehr». Ich habe vier Personen ins Luthern Bad eingeladen, welche in irgendeiner Form poetisch, lyrisch, schriftstellerisch aktiv sind. Es sind dies: die Psychotherapeutin Angela Bausch, die freischaffende Theologin Silvia Hergöth Calivers, der ehemalige Pfarreileiter von Ruswil, Christof Hiller-Egli, alle aus dem Kanton Luzern, und der freischaffende Theologe Wolfgang Weigand aus Winterthur. Ich treffe mich mit ihnen am 17. und 18. Oktober – also dieses Wochenende. Wir verbringen eine Nacht und einen Tag zur Inspiration am Wallfahrtsort. Gemeinsam wollen wir unsere Eindrücke vor Ort auf das Papier bringen.  

In welcher Form?
Gedichte, Gebete, Betrachtungen … Was auch immer! Es soll niemand eingeschränkt werden – weder in Form noch in Menge. Entsteht etwas, dann ist das toll. Wenn nicht: kein Problem. Die Autorinnen und Autoren dürfen den Ort ganz ohne Druck auf sich wirken lassen, sich ungezwungen austauschen können. Entsprechend offen ist auch unser Motto: «Am Wasser – auf dem Weg – zur Quelle – bei Maria».

Und am Montagabend wird dem Publikum vorgestellt, was entstanden ist?
Genau, dann gibt es einen öffentlichen Abend mit uns, gefüllt mit Lesungen von neu Geschaffenem, Mitgebrachtem, musikalischen Intermezzos und Austausch mit dem Publikum. Es besteht dabei die Gelegenheit, die vier Autorinnen und Autoren näher kennenzulernen (siehe Kasten «ein poetischer Abend»).

Was passiert danach mit den über das Wochenende entstandenen Werken?
Das Ziel wäre es, ein Büchlein mit zeitgenössischen Impulsen zu Luthern Bad zu veröffentlichen. Diese Idee trieb mich überhaupt dazu an, Autorinnen und Autoren einzuladen und den Workshop zu organisieren.

Wie meinen Sie das?
Der Marien-Wallfahrtsort Luthern Bad lädt dank Bemühungen der Pfarrei, der Kirchgemeinde und des Fördervereins Luthern Bad viele Pilgernde und Reisende in einen attraktiven Wallfahrts- und Kraftort ein. Mit dem Badbrünnli, der Gnadenkapelle, dem Arm- und Fussbad, dem Jakob-Minder-Weg und der Wallfahrtskirche sind wunderschöne Räumlichkeiten zum Verweilen, Beten, Meditieren und sonstigem Krafttanken vorhanden. Nur zeitgenössische Gebete, Meditationen, Poesie und ähnliche Impulse dazu fehlen noch.

Wieso braucht es solche?
Es braucht sie nicht, doch sie können wertvoll sein. Durch Tafeln am Wegesrand oder einem Büchlein in der Hand können Pilgernde zu neuen Gedanken inspiriert werden. Oder: moderne Zugänge zu scheinbar traditionellen Figuren oder Themen finden. Vielleicht wird zum Beispiel Maria, die Mutter Jesu, aus feministischem Standpunkt angeschaut? Oder der Weg zur Quelle als meditativen Akt wahrgenommen?

(bos)

 

Ein poetischer Abend

Zum Abschluss dieser poetisch-meditativen Tage lädt der Förderverein Luthern Bad alle Interessierten herzlich ein zum poetischen Abend am Montag, 18. Oktober, 19 Uhr, in der Wallfahrtskirche Luthern Bad. An diesem Abend gibt es Lesungen von vor Ort oder bereits vorher entstandenen Gedichten, Gebeten oder Betrachtungen der Autorinnen und Autoren, die Gelegenheit zum Austausch mit ihnen und besinnliche Musik dazu. Der Eintritt ist frei, es gibt eine Türkollekte. Aufgrund der neuen Corona-Massnahmen des Bundes besteht Zertifikatspflicht.

Folgende Autorinnen und Autoren sind vor Ort: Angela Bausch, Psychotherapeutin i.R., Publizistin, Autorin, Luzern; Silvia Hergöth Calivers, freischaffende Theologin und Lyrikerin, Sursee; Christof Hiller-Egli, ehemaliger Pfarreileiter von Ruswil, Geuensee; Wolfgang Weigand, freischaffender Theologe und Autor, Winterthur.

Musikalisch untermalt wird der Anlass von Priska Zettel an der Orgel, moderiert wird er von Jules Rampini, Bauer und Theologe. pd

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