Im Wilden Westen - die WB-Sommerserie 2020

Flaschenpost mit vertrauten Melodien

Der Männerchor tat sich an seinem Konzert mit dem Willisauer Brussig Quartett zusammen. Die beiden Formationen bestritten den ganzen Abend gemeinsam auf der Bühne. Die neue Dirigentin Cornelia Morokutti bestand die Feuertaufe und der «Flaschensepp» sorgte mit Witz für den roten Faden im Programm.

Ein doppelter Hörgenuss: Das Brussig Quartett unterstützte den Männerchor bei dessen gesanglichen Vorträgen. Foto Hans Schmid

Am Bühnenrand eine Flasche auf einem Instrumentenkoffer, ein Musikant findet darin Musiknoten, er beginnt zu spielen, drei weitere Musikanten gesellen sich dazu: Der Auftakt zum Konzert des Männerchors mit dem Brussig Quartett der Stadtmusik Willisau sorgte gleich für volle Aufmerksamkeit der Zuhörerinnen und Zuhörer in der gut gefüllten Büelacherhalle.

Beidseits der Bühne standen in Regalen die unterschiedlichsten Flaschen, eine kleine Auswahl aus der riesigen Sammlung von Sepp Stadelmann, besser bekannt als «Flaschensepp». Dieser spielte am gemeinsamen Konzert so etwas wie die Hauptrolle. Er musizierte mit dem Brussig Quartett und moderierte gleichzeitig auf charmante und witzige Art den ganzen Konzertabend. Sinnigerweise stand dieser unter dem Motto «Flaschenpost».

Der Einstand der neuen Dirigentin
Nachdem der Männerchor längere Zeit ohne Direktion dastand, hat kürzlich Cornelia Morokutti die Leitung übernommen. Die Vorbereitungszeit fürs Konzert war deshalb ziemlich knapp bemessen. So war man gut beraten, einige Perlen aus früheren Auftritten aufzugreifen, die bei den 21 Sängern noch präsent waren. Kurzum: Die Besucherinnen und Besucher kamen in den Genuss von etlichen Ohrwürmern, die zum Mitsummen anregten. Beispielsweise das «Va, pensiero», bekannt als Gefangenenchor aus der Verdi-Oper «Nabucco», oder das nostalgische «Elternhaus», eines von zwei a cappella vorgetragenen Liedern. Das zweite war der unverwüstliche «Bajazzo», der allerdings nicht mit dem Originaltext, sondern als origineller Werbesong in eigener Sache aufgeführt wurde. «Warom chonsch ned go senge zo öis i Männerchor». Der spezielle «Bajazzo» kam beim Publikum so gut an, dass ein Dacapo unumgänglich wurde.

Männerchorklassiker und lüpfige Musik
Mit Ausnahme der beiden erwähnten Lieder durften die Sänger stets auf die instrumentale Unterstützung durch das Brussig Quartett zählen. Die vier Willisauer Musikanten sorgten aber auch ohne Chor mit lüpfigen und beschwingten Polkas und Walzern für prächtige Stimmung in der Halle. Der Männerchor wartete mit weiteren beliebten Klassikern auf wie mit dem Lied der Berge «La Montanara» oder Lolitas «Seemann, deine Heimat ist das Meer». Der Höhepunkt war ein buntes Volkslieder-Potpourri, welches das Publikum zum Mitsingen, Klatschen und Schunkeln animierte. Lobenswert, dass die Sänger sämtliche Lieder auswendig vortrugen und so den Impulsen ihrer neuen Kapitänin die volle Aufmerksamkeit schenken konnten.

«Griechischer Wein» und «Lollipop»
Der «Flaschensepp» lockerte die musikalischen Darbietungen immer wieder mit hübschen Anekdoten auf, das Brussig Quartett lief mit dem «Wettrenner-Galopp» zur Höchstform auf und der Männerchor schenkte als Zugaben Udo Jürgens «Griechischer Wein» ein und gab nochmals den «Lollipop» zum Besten. Vereinspräsident Othmar Suppiger hatte zu guter Letzt noch alle Hände voll zu tun, um Dankesworte und Geschenke an Mann und Frau zu bringen. Mit Grund: Nur wenn zahlreiche Rädchen ineinandergreifen, ist ein erfolgreicher Konzertabend möglich.

Hans Schmid

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